Stadhuis (Rathaus)
Dritten Rathaus
Mit dem Bau des dritten, heutigen Rathauses wurde 1439 begonnen. Das erste Leuvener Rathaus soll am Alten Markt gestanden haben. Das zweite Rathaus befand sich bereits am Großen Markt, und zwar in einer Häuserzeile gegenüber der Peterskirche, die vor der jetzigen Fluchtlinie lag.Bei Errichtung des Vordergebäudes blieben die Kellerräume der alten Häuser bestehen. Sie sind heute restauriert und zugänglich über eine Tür links neben der Freitreppe des Rathauses.
Der erste Baumeister, Sulpicius van Vorst, starb kurz nach Baubeginn. An seine Stelle traten noch 1439 Jan Keldermans II. und 1448 Matheus de Layens. Dieser nahm an dem ursprünglichen Bauplan einige Ä nderungen vor. So wurde der geplante Belfried an der Ecke der Naamsestraat weggelassen, wodurch das Rathaus sein charakteristisches spätgotisches Aussehen erhielt mit vier Ecktürmen, zwei Firsttürmchen und einer rundum laufenden Balustrade.
Drei Stockwerke
Das Rathaus hat drei Stockwerke. Zwischen den Fenstern befinden sich Strebepfeiler, in die jeweils zwei Nischen ein gearbeitet sind. Solche Nischen finden sich auch in drei der vier Ecktürmen.
Im 19. Jahrhundert wurde das Rathaus dreimal restauriert. Die jüngste Restaurierung wurde 1983 abgeschlossen und behob den Kriegsschaden, den ein Bombeneinschlag direkt vor der Fassade 1944 angerichtet hatte.
Aus Stein gehauene Bibelszenen
Die Unterseite der Nischenkonsolen zeigen aus Stein gehauene Bibelszenen, in denen jeweils das Motiv von Sünde und Strafe wiederkehrt. Diese Darstellungen dienten zur Belehrung und Ermahnung sowohl des Volkes als auch der Richter, die im Rathaus ihren Sitz hatten.
236 Figuren
Die 236 Figuren in den Nischen wurden erst nach 1850 angebracht. Sie stellen ein Leuvener Pantheon dar. Im Gegensatz zu den Figuren auf den Konsolen, die alle burgundische Kleidung tragen, ist jede Person in den Nischen gekleidet nach der Mode der Zeit, in der sie lebte.
In den zwei Nischenreihen des unteren Stockwerkes sind Künstler, Gelehrte und bekannte Figuren aus der Leuvener Geschichte abgebildet.
Das erste Stockwerk zeigtPersonen, die die städtischen Freiheiten verkörpern sowie die Schutzheiligen der Pfarreien.
Im zweiten Stockwerk stehen die Grafen von Leuven und die Herzöge von Brabant und auf den Türmen biblische Gestalten.
Wandelhalle
Die Wandelhalle im Erdgeschoss ist eigentlich die überdachte Verlängerung des Großen Marktes. Diese Funktion hatte der Saal auch im Mittelalter. Von dort aus konnten alle Stadtdienste erreicht werden, und über die Türme hatte man Zugang zu den höher gelegenen Sälen und den Dachböden.
Die Balkenstangen am Ende der sieben Tragbalken aus Eiche wurden 1448-1449 von Willem Ards geschnitzt, einem Schnitzer aus Brüssel. Er schnitzte hauptsächlich Szenen aus dem Alten Testament. Sie dienten den Stadtmagistraten als Vorbild für eine gute und behutsame Führung und ein gerechtes Urteil.
Gotischer saal
Auch für die Balkenstangen im gotischen Saal wurde Willem Ards mit dem Schnitzen der Balkenstangen und der Konsolen an der Seite des Großen Marktes beauftragt. In diesem Fall war das Neue Testament die Inspirationsquelle, genauer gesagt das Leben von Maria und Jesus. Dies ist natürlich nicht zufällig. Der Neue Bund ist immerhin (in diesem Fall buchstäblich) auf den Alten Bund gebaut.Auch Christus ist ein Vorbild für Rechtschaffenheit - ein Vorbild, das an dieser wichtigen Stelle im Rathaus - gut platziert war.
Der gotische Saal wurde während des letzten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts gründlich restauriert. Die Böden und Decken wurden repariert, und die Wände verkleidet. An einer der kurzen Seiten des Saales wurde ein eindrucksvoller Kamin gebaut. Für die Wände bestellte die Stadtverwaltung elf Gemälde bei André Hennebicq, einem Künstler aus Doornik. Er malte vier monumentale Gemälde mit wichtigen Ereignissen aus der Geschichte von Leuven, und sieben typische Portraits von Künstlern und Gelehrten aus Leuven. Diese Reihe wurde zwischen den Fenstern an der Seite des Großen Marktes platziert.
Salons
Die Salons befinden sich im ältesten Teil des Rathauses. Die Wände des ersten Salons sind mit den Portraits der Bürgermeister von Leuven ab der französischen Zeit geschmückt. Dieser Raum wurde im 19. Jahrhundert als Ratsaal verwendet.
Aus Anlass des Besuchs von Leopold I in Leuven im Jahr 1852 wurden der zweite und dritte Salon gründlich restauriert. Die Gemälde, die in der Vertäfelung eingearbeitet sind,
datieren aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert, und gehören zur städtischen Kunstsammlung. Blickfänger im zweiten Salon ist das Meisterwerk von Pieter-Jozef Verhaghen, Moses wird der Tochter des Pharao vorgestellt.
Contact
Stadtplan: Stadhuis
Van 1 april tot 30 september: elke werkdag om 11.00 en 15.00 uur; zaterdag, zondag en feestdagen: om 15.00 uur
Van 1 oktober tot 31 maart: elke dag om 15.00 uur
Gesloten op 25 december en 1 januari
Groepen: op afspraak

